„Leben in Deutschland“ – ein Spiel für Flüchtlinge, made in Darmstadt

Stell Dir vor: ein Spiel, das Flüchtlingskindern hilft, sich hier bei uns in Deutschland zurechtzufinden. Bei dem es auf dem Spielbrett einmal quer durch Deutschland geht – durch jedes Bundesland, jede Hauptstadt – und bei dem der gewinnt, der die meisten Fragen über Land, Leben und Leute beantworten kann. Damit könnten geflüchtete Kinder buchstäblich spielerisch Deutsch lernen. Den Prototyp für dieses einzigartige Spiel gibt es schon. Er liegt bei Gabriella Hünnekens zuhause, in ihrem Büro in Darmstadt.

Auf der Crowdfunding-Plattform Startnext sammelt Gabriella Hünnekens zusammen mit Mitstreitern jetzt Geld dafür, die erste Auflage von „Leben in Deutschland – spielend integrieren“  produzieren zu können. 12.000 Euro sollen dafür zusammen kommen. Das Ziel ist es, die Spiele möglichst kostenlos in Flüchtlingsheimen zu verteilen. Die Idee: Die oftmals lange und zermürbende Wartezeit der Familien, bis über den Asylantrag entschieden wird, zu nutzen. Mit einem Spiel, das nicht nur Spaß macht, sondern auch hilft, sich in der neuen, fremden Umgebung zurechtzufinden.

Grundlage für das Spiel ist eine gleichnamige Broschüre, die die Darmstädterin mit Unterstützung von Helfern aus sechs verschiedenen Nationen herausgebracht hat. Das Heftchen „Leben in Deutschland“ erklärt mit ansprechenden Illustrationen und in einfacher Sprache, wie man sich in hierzulande in alltäglichen Situationen verhält. Zum Beispiel, wie Mülltrennung funktioniert oder dass man auf Behörden anklopft, bevor man einen Raum betritt.

Für das Spiel kamen zu Fragen rund um das Verhalten in solchen Situationen auch Landeskunde-Fragen dazu – oder auch solche nach Unterstützungsmöglichkeiten („Wohin wende ich mich, wenn ich in Deutschland eine Arbeit suche?“) Jeweils drei Antworten gibt es zur Auswahl, und manche sind augenzwinkernd-lustig formuliert.

Das Heft „Leben in Deutschland“ ist bundesweit bereits 24.000-fach im Umlauf – in den Sprachen Arabisch, Farsi und Dari, die viele Flüchtlinge sprechen. Der Erlös aus dem Verkauf der Broschüre geht zu 100 Prozent in die Produktion für das Spiel.

Ich durfte Gabriella Hünnekens persönlich kennenlernen und bin  begeistert von so viel Engagement und Leidenschaft für die gute Sache. Prädikat: spendenwert! Die Sammelaktion läuft nur noch diese Woche, also schaut es euch mal an und wenn es euch gefällt, sagt es weiter – und: lasst ein paar Euros dort.


Mehr über die Darmstädter Initiative „Leben in Deutschland“ gibt es auf www.lid-integration.de. Direkt zur Crowdfunding-Aktion für das Brettspiel – die noch bis 8. Juli 2016 um 23.59 Uhr läuft: www.startnext.com/lid-spiel.

Foto: LiD-Integration

Advertisements

5 Gedanken zu “„Leben in Deutschland“ – ein Spiel für Flüchtlinge, made in Darmstadt

  1. Ich frage mich gerade, warum es der Spieleautorin nicht gelungen ist, einen etablierten Spielehersteller zu gewinnen? Sind die ähnlich schnöselig, wie Buchverlage?
    LG
    Sabienes

    Gefällt mir

    • Sie will die Rechte an dem Spiel nicht verkaufen, damit sie bestimmen kann, wie teuer das Spiel wird. Und damit es auch, wenn die Gesamtkasse stimmt, umsonst an Einrichtungen verteilt werden kann. Non-Profit also 🙂

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s